Die Modernisierung meiner Mutter


Eine Komödie mit Untiefen nach dem Bestseller von Bov Bjerg

in einer Bühnenfassung von Jenke Nordalm mit Götz Schubert und Manuel Munzlinger

In Die Modernisierung meiner Mutter erzählt Bov Bjerg (Autor des Erfolgsromans Auerhaus) mit viel Witz und entspannter Lakonie von der Kindheit in der westdeutschen Provinz und vom Leben eines Prenzlauer Berg-Bohemiens. Die skurrilen Anekdoten handeln von Erlebnissen in einer typisch schwäbischen Dorfgemeinschaft in der 70/80er Jahren und später, als der Provinzjunge den Ost-Berliner Großstadtdschungel erobert hat, von schrägen Typen und dem irrwitzigen Widersinn des Kleingeistigen.
Die exklusive Bühnenfassung dieses humorvollen Buches ist eine wunderbare Reminiszenz an das Leben im alten Westen der Bundesrepublik Deutschland und ein augenzwinkernder Blick auf die schwäbische Enklave in Berlin. Der lakonische Stil des Protagonisten folgt einer inneren Logik, die entweder urkomisch ist oder eine große Poesie entwickelt.

Der grandiose Schauspieler Götz Schubert und die Dramaturgin und Regisseurin Jenke Nordalm haben sich unter der Leitung von Manuel Munzlinger (Produzent, Musiker und Schauspieler) zu einem Kreativteam zusammengefunden und gemeinsam die Dramatisierung der Geschichtensammlung konzipiert. Herausgekommen ist eine tiefsinnige Theaterkomödie, die zwischen den Lachsalven Platz für unglaublich berührende Momente lässt.

Der Inhalt


Der Erzähler beginnt mit bemerkenswerten Ereignissen seiner Kindheit in der schwäbischen Provinz der 70/80er Jahre und startet damit eine exemplarische Reise in den alten Westen der Bundesrepublik. Neben dem Treiben der Dorfjugend handeln die Storys zunächst von einem Jungen aus einfachen Verhältnissen, der mit seinen Geschwistern und der offenbar alleinerziehenden, sudetendeutschen Mutter im Haus der Großeltern wohnt. Der neugierige Blick des Kindes, der nur registriert ohne zu werten, ermöglicht höchst amüsante Einblicke und weckt Erinnerungen an die eigenen Eindrücke in der Kindheit.
Später zieht es den Erwachsenen in das ehemalige Ost-Berlin, nach Prenzlauer Berg. Er ist scheinbar Autor und sammelt auch dort das Absurde im Alltäglichen. Das Provinzkind bahnt sich staunend seinen Weg durch die Zumutungen des Großstadtlebens und beobachtet dort liebevoll den Widersinn des Kleingeistigen. Die „Fails“ im Leben ziehen in magisch an und er zerlegt mit viel Charme auch seine eigenen Pleiten. Neben den überaus witzigen Dialogen, die sich perfekt für die Bühne eignen, sind die lakonischen Schilderungen eine Steilvorlage für eine Bearbeitung.

Die Musik


Der Soundtrack ist eine Kombination von Livemusik (als Overdub zu vorgefertigten Samples), Loops und Akustiksequenzen. Die Stücke sind Zitate markanter Songs aus den 70/80ern, deren Rhythmus, Tempo, Instrumentation und Harmonik verfremdet werden. Der Song bleibt trotz des modernen Settings erkennbar und dient als Stichwortgeber des Bühnengeschehens. Begleitend zum Text entsteht im Fade-In eine Rhythmus- bzw. Soundbasis, aus der kurz ein Songzitat entsteht und sehr schnell im Fade-Out wieder Platz für die Sprache geschaffen wird. Basis ist die bunte Mischung der 80er Jahre: Rock, Pop, Techno, Liedermacher, NDW, Schlager – die enorme Vielfältigkeit dieser Zeit spiegelt dieser Soundtrack.

Die Relevanz


Die federleicht beschriebenen skurrilen Auswüchse einer bigotten Dorfgemeinschaft in der schwäbischen Provinz der 70/80er Jahre und deren kindliche Wahrnehmung sind eine Reminiszenz an das Leben im alten Westen der Bundesrepublik Deutschland. Der neugierige, meist wertfreie Blick des Kindes ermöglicht Erinnerungen, die eigene Beobachtungen in der Kindheit wachrufen.
In der Rückblende des Erwachsenen registriert das Kind den Pragmatismus der alleinerziehenden Mutter, der keinen Platz für falsche Sentimentalitäten ließ, die Strategien der dörflichen Gemeinschaft und ihre ungeschriebenen Gesetze und das Ausblenden unangenehmer Themen, wie Missbrauch in der Kirche, Homosexualität, häusliche Gewalt, Nazivergangenheit, Pädophilie des netten Nachbarn – während die Kinder sich ohne Umschweife darüber austauschten, wen es erwischt hatte und wen nicht.
Exemplarisch für das Abbild der damaligen Gesellschaft steht die Geschichte „Schinkennudeln“: Der Junge muss bei der frommen Familie seines Lateinlehrers, bei dem erniedrigenderweise seine Mutter putzen muss, Bohnensuppe und ungenießbare Schinkennudeln verspeisen, was zu einer nicht enden wollende Kotzarie führt. Das groteske Erbrechen wird zum Ausdruck dessen, was an der vermeintlich höhergestellte Familie verabscheuungswürdig war: es waren „Klavierspielerschinkennudeln“, eine „vertrocknete, pietistische Schuldbewusstseinsjoghurtmasse“ – und damit auch das schmerzhafte Hochwürgen von verlogenen gesellschaftlichen Konventionen.
Neben der auffallenden Lakonie des Protagonisten, die als Blaupause für Verhaltensstrategien verstanden werden kann, gibt die Inszenierung Antworten auf die Fragen: Woher kommen wir? Wodurch sind wir geprägt? Gelten unsere Wurzeln heute noch? Was ist als Neues an die Stelle getreten? Welche Werte haben wir ins Jetzt gerettet?

Die Einzelheiten

Mitwirkende

Schauspiel

Götz Schubert
Götz Schubert ist eine markante Größe in der Theater- und Filmwelt. Viele bedeutende Theaterengagements und unzählige herausragende Filmproduktionen in Hauptrollen unter namhaftesten Regisseuren beweisen seine überwältigende schauspielerische Kompetenz.

Musik, Schauspiel

Manuel Munzlinger
Der Oboist und Komponist tritt in den letzten Jahren verstärkt auch als Schauspieler und Produzent von neuen Formaten für Theater und Konzertsaal auf, bei denen er ebenso für das Marketing und die künstlerische Leitung verantwortlich ist.

Kreativteam

Autor

Bov Bjerg

Bühnenfassung

Jenke Nordalm
Jenke Nordalm studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik in Berlin und London, arbeitete am Maxim Gorki Theater Berlin und Theater Basel und ist seit 2000 freie Regisseurin. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich Stückentwicklung, Dramatisierung nichttheatraler Texte und Inszenierung zeitgenössischer Stücke. Sie inszenierte u.a. an den Sophiensaelen Berlin, Theater Göttingen, Theater Freiburg, Theater Aachen, Wuppertaler Bühnen, Landestheater Tübingen, Jungen Oper Stuttgart und DNT Weimar.

Inszenierung + Regie

{SchubertMunzlingerNordalm}
Götz Schubert und Manuel Munzlinger haben bereits bei zwei erfolgreichen Produktionen zusammengearbeitet – die beiden Musik/Hör/Spiele Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit und Friede, Freude, Weihnachtskekse wurden auf vielen Bühnen im deutschsprachigen Raum aufgeführt.
Für ihre dritte Zusammenarbeit wurde das Kreativteam erweitert: die Regisseurin, Autorin und Dramaturgin Jenke Nordalm, die schon für zahlreiche Romanadaptionen an großen Theatern verantwortlich war, gilt als Expertin für die Dramatisierung und Inszenierung ungewöhnlicher Texte und deren Geschichte.

Musik

Manuel Munzlinger

Bühnenbild

N.N.

Ausstattung + Kostüme

N.N.

Aufnahme, Mix + Mastering

mmmusic

Idee, Produktion + Leitung

Manuel Munzlinger

Veranstalterinfo

Genre

Theater / Schauspiel

Zeitraum

ganze Spielzeit 2020|2021

Dauer

80 Minuten + Pause
40 min | Pause | 40 min

Gema

Ja

Tantieme

10 %

sonstige Abgaben

Keine

Bühnenausstattung

das komplette Bühnenbild wird mitgebracht
(Details nach Absprache)

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